Gruppendynamiken in Meetings

Gruppendynamik
Gruppendynamiken bei Gesprächen mit mehreren Personen unterscheiden sich in vielerlei Hinsicht von normalen Konversationen unter zwei Personen. Sie kommen häufig zustande, wenn Meetings zum aller ersten mal stattfinden und die involvierten Teilnehmer sich nicht kennen.
Aber auch bei Diskussionen die zu einer Konfliktlösung führen oder neue Aufgaben an ein Team verteilen sollen, erkennt man die typischen Muster der Gruppendynamiken.

Die Gruppendynamik, welche während Gesprächen mit mehreren Personen entsteht unterscheidet sich stark zu den Mustern bei Konversationen unter zwei Personen.
Die Gruppendynamik kommt häufig zustande, wenn Meetings zum ersten Mal stattfinden, unbekannte Personen involviert sind, nach Konfliktlösungen gesucht wird oder neue Aufgaben in einem Team verteilt werden. Dabei wird diese spezielle Thematik auch in Gesetze sowie Rollen unterteilt, nach denen man sich selbst richten, Machtkämpfe erkennen und diese bestenfalls steuern kann.

Die Gesetze der Gruppendynamik

Die Gruppendynamik ist vor allen Dingen bei Teamarbeit ein bedeutender Aspekt.
So beispielsweise bei der Büroarbeit, wo klare Aufgaben verteilt werden. Ein gruppendynamisches Gesetz beschreibt, dass konstruktives Arbeiten allerdings erst möglich wird, sobald die Rangordnung geklärt ist. Vor den sachlichen Entscheidungen, entscheidet sich also im Voraus erst die Rangordnung aller involvierten Glieder des Meetings.

Wer während Meetings das Steuer der Gruppendynamik übernehmen möchte, wird bei hoher Akzeptanz der beteiligten Personen auf ein Problem stoßen. Je mehr sich die Personen akzeptieren, desto schneller und unauffälliger setzt die Gruppendynamik ein. Das hat zu bedeuten, dass die Rollen schneller verteilt sind und das Erkennen deutlich schwerer fällt.

Die gruppendynamischen Prozesse können zudem nur unterbunden werden, wenn die Mitarbeit von anderen Personen nicht essenziell für den eigenen Fortschritt im Team ist. Der Grund dafür ist, dass man dadurch aus der Rangordnung entflieht und eine vollkommen eigenständige Rolle spielt.

Die verschiedenen Rollen

Im Fachgebiet Gruppendynamik ist die Rollenverteilung einer der entscheidenden Punkte. Während die Gesetze lediglich das Verfahren sowie Auswirkungen des Meetings näher beschreiben, kann man erst anhand der verschiedenen Rollen die Möglichkeit ergreifen, das Steuer zu übernehmen. Die Rollen, die während des Meetings entstehen, sind das, woran man sich für die Steuerübernahme orientieren sollte, um darüber Bescheid zu wissen, welcher Teilnehmer im Gespräch auf welche Weise agiert. Zudem definieren die Rollen die Machtkämpfe.

Das sogenannte Alpha-Tier ist die Person, welche die Gruppe während des Meetings vertritt, dabei die Führung übernimmt und somit die Nummer eins darstellt. Der komplette Gegensatz dazu ist das Omega-Tier, welches im Meeting der rangniedrigste Teilnehmer ist. Die beliebteste sowie tüchtigste Person übernimmt ebenso wie das Alpha-Tier eine starke Rolle. Eine weitere bedeutende Rolle gehört zum Meinungsmacher. Dieser verlautet im Meeting
offen seine Meinung, an welcher sich die Konversation orientiert. Eine schwache Rolle wird vom Nesthäkchen übernommen, denn diese Person ist diejenige, die eine bemutternde Eigenschaft hat. Dazu gehören beispielsweise die klassischen Ja-Sager, die erst Zustimmung leisten, sobald sich eine führende Meinung herauskristallisiert hat. Ähnlich agieren die „Gefolgsleute“. Diese halten sich während des Meetings eher zurück, doch sobald die Rolle des Alpha-Tiers vergeben wurde, unterstützen Gefolgsleute den führenden Teilnehmer.

Das Steuer während eines Meetings übernehmen

Wer in ein Meeting mit der Motivation das Steuer zu übernehmen und somit selbst das Alpha-Tier zu werden geht, muss die Rollenverteilung richtig einschätzen können. Die erste Schwierigkeit liegt bereits bei Beginn des Meetings vor, denn wer die Rolle des Alpha-Tiers übernehmen möchte, muss andere Rollen identifizieren. Diese bilden sich allerdings erst im Verlauf des Meetings heraus. Ein Fehler wäre in dieser Situation einfach zu warten, denn in dem Moment, indem man selbst damit beschäftigt ist die Rollen zu erkennen und somit Abstand zu gewinnen, wird man selbst zu einem schwachen Teilnehmer. Nicht selten kann es passieren, dass man so plötzlich zum Ja-Sager oder zu einer Gefolgsperson wird. Um das Steuer zu übernehmen muss man von Beginn an die Eigenschaften eines typischen Alpha-Tiers annehmen und diese im Meeting an den Tag legen. Eine Eigenschaft der führenden Person ist, dass sie oft kritische Fragen stellt. Somit sollten gegebene Meinungen der Meinungsmacher hinterfragt werden. Ebenso ist es von großer Bedeutung die Meinungen zusammenzufassen. Dies ist zwar eine eher simple Aufgabe, doch trotz alledem sehr wichtig für die Rolle der Nummer eins. Nach dem Austausch von mehreren Meinungen sollte man den bisherigen Verlauf kurz zusammenfassen, um so das Tor für neue Anstöße und Ideen zu öffnen.

Selbstverständlich lässt sich das Meeting auch in andere Richtungen steuern. Grundlegende Basis ist dafür das Erkennen der gegebenen Mächte. Dafür sollte man sich an den Rollen orientieren und diese den beteiligten Personen zuordnen. Schwache Rollen erkennt man an der mangelnden Individualität während des Meetings, während die starken Rollen die Konversation leiten und diese bis zu einem gewissen Grad bestimmen. Wenn zwei Personen versuchen, die Rolle des Alpha-Tiers zu übernehmen, so entsteht während des Meetings ein Machtkampf. Diesen kann man als anderweitige Rolle jedoch steuern. Hierfür muss man allerdings, zumindest zeitweise, eine schwächere Rolle einnehmen. Will man beispielsweise eine Person in der Rolle der Nummer ein unterstützen, kann man beispielsweise die Rolle einer Gefolgsperson einnehmen. Im groben Sinne bemuttert man dadurch die gewählte Person, stimmt dieser häufig zu, um ihren Rang weiter zum Steigen zu bringen. Während eines Meetings kann man übrigens auch selbst versuchen, einer Rolle zu entfliehen und so in eine neue zu schlüpfen. Dies kann zusätzlich ausschlaggebend für den weiteren Verlauf des Treffens sein.

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